Geboren 1145 in der Burg Eschenbach an der Reuss wächst Blanche-Aline in Gegenwart Ihrer Eltern Walter und Adeline auf und reist so in ihrer Kindheit zwischen der Zentralschweiz und dem Elsass hin und her, wo die Familie ausgedehnte Güter besitzt. Um eine ihrem Stand angemessene Erziehung zu erhalten tritt sie 1159 als 14jährige in das elsässische Damenstift Hohenburg ein, zu dem von mütterlicher Seite von Alters her Verbindungen bestehen und das berühmt ist für die Belesenheit und das Wissen seiner Stiftsdamen. Entgegen dem Willen ihres Vaters, der sie gerne an der Seite eines potenten Ehemannes gesehen hätte verpflichtet sie zwei Jahre später ihr Leben dem Stift als Kanonissin. Unterstützung erhält sie in dieser Entscheidung durch Ihre älteren Brüder; Konrad ist Mönch im nahegelegenen Kloster Murbach und Ulrich ist Vogt des Klosters Pairis und weilt aus diesem Grund oft im Elsass. Blanche-Aline vertieft sich  nun in die unzähligen Schriften der Bibliothek und assistiert Schwester Herrat, die dabei ist, auf Wunsch der Äbtissin Relindis ein Lehrbuch mit den aktuellsten philosophischen und religiösen Texten ihrer Zeit für die Unterweisung der Kanonissinen zusammenzutragen. Doch ihr Wissensdurst und ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden sorgen im Klosteralltag je länger je mehr für Reibungen, insbesondere im Umgang mit den 2 älteren Priestern, die für die Seelsorge und finanziellen Belange des Stiftes zuständig sind. 1175 erhält sie von der Äbtissin den Auftrag, eine ältere Schwester und Cousine ihrer Mutter auf einer Pilgerreise nach Jerusalem zu begleiten. Auf der Überfahrt ins Heilige Land erkrankt diese schwer und in Akkon werden die zwei Frauen von der Pilgergruppe zurückgelassen. In dieser Not wendet sich Blanche-Aline an Hospitalliter, die Ihnen eine geeignete Unterkunft und für die Weiterreise zuverlässige Führer und Reittiere besorgen, denn sie legen ihr nahe, sobald es die Umstände erlauben nach Jerusalem weiterzureisen, in der heiligen Stadt würden die Frauen Schutz und Unterstützung finden. Nur wenige Tage später schliessen sie sich daher einer kleinen Handelskarawane an. Die kranke Schwester fürchtet nun, dass sie so nahe vor ihrem Ziel die Kräfte endgültig verlassen könnten. Tatsächlich wird sie durch die Reise derart geschwächt, dass ihr Führer sie in Jerusalem unverzüglich ins Hospital bringt, damit sich die dortigen Hospitalliter und Ärzte um das körperliche und seelische Wohl kümmern. Während die Kranke im Frauentrakt liebevoll mit Speise und Gebeten gepflegt wird, verliert für Blanche-Aline die heiligen Stadt schnell ihre Reize und sie beginnt, sich für die Krankenpflege und das medizinische Wissen im Hospital zu interessieren. Die Kenntnisse der antiken Schriften verschaffen ihr den Respekt der arabischen Ärzte und oft begleitet sie diese nun auf ihren Rundgängen im Hospital. Besonders beeindruckt ist sie von der umfassenden Ernährungslehre und begierig hört sie zu, wenn die Ärzte mit den Köchen die optimalen Speisen für die Kranken besprechen. Die Tage und Wochen vergehen, doch die kranke Schwester wird immer schwächer . Ihr einziger Trost sind nun noch die Gottesdienste, die sie von ihrem Bett mithören kann und der Gedanke, in der heiligen Stadt begraben zu werden und so Gott besonders nahe zu sein. So kommt ihr Tod nicht überraschend, doch Blanche-Aline hat sich mittlerweile vollkommen in den Hospitalalltag eingefügt. Gemeinsam mit den Schwestern spendet sie kranken und erschöpften Pilgern Trost und Gesellschaft und gibt ab und zu auch einen dezenten Hinweis zur Behandlung, den sie in ihren Gesprächen mit den Ärzten aufgeschnappt hat. Ihr altes Leben in Hohenburg scheint weit entfernt und ebenso der Gedanke an eine Rückkehr, als eine Gruppe von Hospitallitern ankündet, in eben jene Lande zu reisen um dort eine Kommende zu gründen und durch deren wirtschaftlichen Erträge die Brüder im Heiligen Land zu unterstützen. Es ist der Komthur persönlich, der Blanche-Aline auffordert, sich ihnen anzuschliessen, schliesslich habe sie ihr Leben Hohenburg und der Kirche geschenkt und so geschätzt ihre Dienste im Hospital wären, unterstehe sie immer noch ihrer Äbtissin. So tritt sie denn 1178 in Gesellschaft dieser Ritter die Heimreise an. Auf der langen und beschwerlichen Überfahrt denkt sie oft und wehmütig an die Zeit im heiligen Land zurück, die so ganz anders war als die gelehrte Abgeschiedenheit Hohenbourgs. Doch allmählich reift in ihr ein tröstlicher Gedanke: auf dem Weg ins Elsass würde sie ihrem Bruder Walter einen Besuch abstatten, der bei ihrer Abreise dabei war, nahe ihrem Geburtsort auf dem Mons Albis eine Stammburg mit dazu gehörigem Kloster zu errichten. Wäre es denn nicht auch angebracht, in einigen Meilen Entfernung  an der Handelsroute durch das Seetal für die sichere Unterkunft von Pilgern und Bedürftigen zu sorgen und das Land für eine Kommende zur Verfügung zu stellen? Und je näher sie ihrer Heimat kommt, desto grösser wird die Freude, diesen Plan umzusetzen und dann in ihr Stift zurückzukehren um ihre Erfahrungen und Wissen den dortigen Schwestern mitzuteilen.

Wie es weiterging…
Blanche-Aline kann Walter von Eschenbach für ihren Plan gewinnen, ist dieser ohnehing im Begriff mit Hilfe seiner Brüder das Herrschaftsgebiet in der Zentralschweiz zu entwickeln. Konrad ist neben seiner Berufung als Abt des Klosters Murbach nun auch Probst des Hofklosters in Luzern. 1185 werden er und Ulrich die Stadt Luzern gründen. 1180 bezeugt der Ritter Rudolf, ein Dienstmann Walters von Eschenbach in Hohenrain die Errichtung einer der ersten Kommenden im Gebiet der heutigen Schweiz.

Im Winter 1179 kehrt Blanche-Aline nach Hohenburg zurück. Herrat ist während ihrer Abwesenheit zur Äbtissin gewählt, ihr Buch, der Hortus deliciarum, soeben fertiggestellt. Die neue Äbtissin und alte Freundin lässt sich nun von Blanche-Aline überzeugen, dass die Probleme mit den Benediktinerpriestern in Zukunft mehr und nicht weniger werden. Sie interveniert beim Bischoff von Strassburg, worauf das Kloster in seinem Besitz und Recht bestätigt wird. Fortan dürfen die Frauen ihre Priester wieder selber bestimmen und erhalten absolute Finanzhoheit. Beeindruckt von den Erzählungen aus dem heiligen Land gründet Herrat 1181 ein Augustiner-Stift mit Hospiz und Hospital, deren Kanoniker nun den Frauen die Beichte abnehmen und die Messe zelebrieren und in dessen Hospital Blanche-Aline oft anzutreffen ist. Nach dem Tod von Herrat 1198 bittet sie aber um die Entbindung von ihrem Eid, um in ihrer alten Heimat in ein anderes Stift eintreten zu dürfen. Reif und selbstbewusst geniesst sie nun die Freiheiten ihres Standes und der Damen zu Fraumünster in Zürich und weilt oft ausserhalb des Klosters auf einem der zahlreichen Familiensitze im Knonauer Amt oder bei den Brüdern in Hohenrain.